• 30Jun

    von Andreas van Leeuwen

    An einem heißen Juni-Tag auf Geschäftsreise in Südfrankreich und Italien … eine Strapaze für den Körper, andererseits die beste Gelegenheit, eine Sprachschule mitten in der Hochsaison in voller Aktion zu erleben … ein Gewusel von Menschen aus aller Welt, lachend, scherzend, aber auch konzentriert im Unterricht, Lehrer im Stress, das ein oder andere Heimweh … die üblichen Zutaten eben für eine typische Sprachreise in den Sommermonaten.

    Mein Weg führte mich in den späten Nachmittagsstunden von Antibes nach Sanremo. In Antibes hatte ich unsere Partnerschule CIA besucht, nun sollte es nach Italien gehen. Die Zugfahrt von Antibes nach Sanremo dauert nur ca. 1,5 Stunden, etwas verlängert durch Grenzkontrollen in Ventimiglia … eigentlich unnötig, weil EU, aber in Zeiten erhöhter Terrorgefahr wieder verstärkt auf der Tagesordnung. Je nachdem, welchen Zug man nimmt, kauft man das Ticket im Zug, … wenn es eine italienische Bahngesellschaft ist (auf dieser Strecke vorwiegend thello), bekommt man Zugtickets nicht im freien Verkauf in Frankreich, nur im Zug oder vorab online. Die einfache Fahrt kostet ca. EUR 20,- und ist recht eindrucksvoll, da man an der Küste entlang fährt, wunderbare Panoramablicke auf Nizza hat, später auf Monaco und dann auf die ein oder anderen Städte in Italien, natürlich auch Ventimiglia … und auf der Bergseite auf so manche pittoresken Dörfer und Siedlungen an den Hängen. Der Bahnhof von Sanremo ist eine Notiz wert, denn nach Ankunft läuft man zunächst einen gefühlt kilometerlangen Tunnel entlang schnurstracks bis zum Ausgang … quer durch den Berg, denn das Bahnhofsgebäude liegt auf der einen Seite, die Gleise auf der anderen Seite des Bergs. Das Bahnhofsgebäude ist ein nicht uninteressanter, aber, weil komplett aus massivem Beton, doch ziemlich gewalttätiger Bau, den ich schnell hinter mir lassen wollte. Mein Weg führte mich durchs Stadtzentrum zu meinem Hotel Sole Mare, ganz in der Nähe der Promenade bzw. das Kasinos gelegen, etwa 20 Gehminuten durch belebte Straßen und Plätze, schöne Architektur, vorbei an einer kleinen Kirche und durch eine wuselige Fußgängerzone. Das Hotel selbst ist ein kleines aber nettes 3-Sterne-Hotel, mein Einzelzimmer war winzig aber immerhin mit Balkon und einem super bequemen Bett … und einem sehr guten Frühstück am nächsten Morgen, das ich nach einer morgendlichen Schwimmrunde im Meer zu mir nahm. Schwimmen um 07:00 Uhr … eigentlich nicht so mein Ding, aber aus zeitlichen Gründen nicht anders möglich, dabei sehr einfach zu handhaben: man läuft runter an die Küstenstraße und dann rechts am alten Bahnhofsgebäude vorbei Richtung Strand … es gibt hier zwei Strandanlagen mit Restauration, Sonnenschirmen und allem drum und dran, sehr schön gemacht. Man kann aber auch einfach seine Sachen auf den Felsten deponieren und von dort ins Wasser steigen.

    Erfrischt und gestärkt ging es dann zur Sprachschule Omnilingua zum Schulbesuch. Omnilingua residiert gleich um die Ecke in der Via Roma in einem historisch bedeutsamen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, historisch bedeutsam nicht nur aufgrund seiner Architektur, sondern auch aufgrund seiner Bewohner, denn immerhin wohnte hier einer der wichtigsten Schriftsteller Italiens, Italo Calvino. Die Sekretärin und ihre Assistentin nahmen mich sehr herzlich in Empfang, zeigten mir alle Räumlichkeiten beiderseits des Treppenhauses, erlaubten einen Blick in den lauschigen Garten im Innenhof, der in den  Sommermonaten von Juli bis September zur Verfügung steht, und besprachen mit mir Dies und Das in Sachen Zusammenarbeit, klärten Fragen, Problemchen, Anliegen … Zum Zeitpunkt meiner Anwesenheit führte die Schule Italienischkurse und Kurse für Italiener in den Sprachen Englisch und Französisch durch, letztere vorwiegend abends, sie war somit gut ausgelastet. Was die Räumlichkeiten anbelangt, fühlt man sich auf Anhieb wohl, auch wenn die Einrichtung schon etwas älteren Datums ist. Das Besondere an Sanremo weiterhin: alle Unterkünfte, sowohl Gastfamilien, als auch WGs, liegen in Gehentfernung zur Schule, durchschnittlich 10 Minuten, in Ausnahmefällen 15-20 Gehminuten.

    Nach der Schulvisite ging es schon wieder zurück zum Bahnhof … mit einem kleinen Umweg über die Promenade mit ihren eindrucksvollen Hotelpalästen aus dem 19. Jahrhundert (Sanremo war eine der In-Destinationen für Adel und Gut-Betuchte, denen die nordeuropäischen Städte im Winter zu kalt waren und die hier überwinterten), den Hafen, den Lungomare, zurück in die wuseligen Altstadtgassen, zur Piazza Cassini, zur gemütlichen Piazza Vincenzo Muccioli und zurück zum Bahnhof. Per Zug ging es zurück nach Nizza, und von dort nach kurzer Kaffeepause mit Bus Nr. 99 ab Bahnhof Nice Ville zum Flughafen.

    Weitere Infos zu unserer Partnerschule Ominilingua finden Sie auf unserer Webseite …

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