• 08Apr

    von Andreas van Leeuwen

    In Salerno hat man das ganze Jahr über angenehme Temperaturen und dass die Sonne mal nicht scheint, ist eher die Ausnahme. So sagt man. Dass dies stimmt, konnte ich aus erster Hand im Rahmen meiner diesjährigen Inspektionsreise durch Italien erfahren. Anfang April schien mir für Italien eine relativ sichere Reisezeit, doch, was soll man sagen, es regnete … in Mailand, in Genua, in Florenz, phasenweise in Rom. Doch NICHT in Salerno :-)

    Die Anreise erfolgte mit dem Zug von Neapel aus. Wer mit dem Flugzeug anreist, nimmt zunächst den Alibus vom Flughafen nach Napoli Centrale (Piazza Garibaldi) und dann den Zug weiter nach Salerno, der Zug braucht je nach Verbindung nur ca. 45-50 Minuten. Meine Unterkunft in Salerno hatte ich über booking.com gebucht, direkt in der Nähe unserer Partnerschule Accademia Italiana im historischen Stadtzentrum, ca. 15 Gehminuten vom Bahnhof entfernt. Der Weg dorthin begann “bescheiden” … uniforme, höhere Wohnhäuser aus den 60er oder 70er Jahren, naja … wo bin ich hier gelandet, mag sich der ein oder andere denken. Doch langsam, spätestens mit Beginn der Fußgängerzone, ändert sich das setting, die Häuser werden älter, pittoresker, beizeiten majestätisch, imposant entlang der Via Roma, und spätestens mit Beginn des Gassengewirrs im ältesten Teil der Stadt ist es um einen geschehen und man ist verzaubert vom Charme, der Stimmung und dem Licht in dieser Stadt. Salerno, das sieht man gleich, ist keine Touristenstadt wie Florenz, keine “Museums-Stadt”, wo man erst aus dem Zentrum des Geschehens raus muss, um das authentische Italien zu erleben. Das Leben spielt sich hier ab, in der Altstadt, am Lungomare an der Küste, in den vielen Bars und Kneipen, in der Fußgängerzone, auf den Plätzen der Stadt. Touristen gibt es, ja, und auch viele Läden für Touristen … aber man fühlt das nicht. Man fühlt sich gleich wohl, unter Menschen, mitten im Leben, integriert und zu Hause. A propos Läden: die gibt es hier, viele, mit landestypischen Produkten, zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die bekannten Keramiken von Salerno z.B.: hier bekommt man wahre Schätze zu sehr erschwinglichen Preisen (im duty free oder in Tourismuszentren und natürlich im Ausland kosten diese Produkte locker das Doppelte bzw. Dreifache!). Gratis dazu bekommt man das Erlebnis einer authentischen Töpferei, wo man Männer bei der Arbeit beobachten, nebenbei einen Limoncello trinken und den Leuten beim Tratschen zuhören kann.

    Meine Unterkunft sei hervorzuheben. Hinter dem Namen “Serendipity” verbirgt sich ein bezauberndes Apartment mitten in der Altstadt von Salerno. Alfredo, der Vermieter, ist eine Perle, er hat das Apartment mit viel Liebe renoviert und eingerichtet. Der Zugang lässt, wieder mal, zunächst Skepsis hochkommen, durch das große Portal an der Straße geht es in einen schäbigen Hinterhof, dann noch einen, eine steile Treppe hoch und man fragt sich, wieder, “wo bin ich hier gelandet”? Doch dann öffnet sich die Tür und man ist hin und weg. Es öffnet sich ein Wohnraum mit Küchenzeile, zu rechter Hand ein Schlafzimmer, zu linker Hand ein weiteres. Beide Schlafzimmer haben ein eigenes Badezimmer und werden separat vermietet, d.h. man teilt sich Wohnraum und Küche. Das ist schlau gemacht, denn so bleibt der Preis niedrig: mit ca. 70 Euro pro Übernachtung bekommt man eine First Class-Unterkunft, wie man sie sich nicht anders wünschen könnte.

    Am nächsten Tag war mein erster und einziger Termin unsere Partnerschule Accademia Italiana. Ich hatte mir extra Zeit eingeplant, um Schule und Unterkünfte anschauen zu können, und das war wahrlich gut investierte Zeit. Ich wurde sehr herzlich von Fabiola in Empfang genommen, der stellvertretenden Schulleiterin, außerdem von Tiziana, meiner Ansprechpartnerin in der täglichen Kommunikation, außerdem von Veronica, die sich um die Organisation der Aktivitäten kümmert. Später gab es dann ein sehr herzliches Wiedersehen mit Francesca, der Gründerin und Leiterin der Schule, einer sehr beeindruckenden Persönlichkeit, eine attraktive und sehr intelligente, zudem warmherzige und sympathische Frau, die sich um jeden Studenten in der Schule bemüht und immer gute Stimmung verbreitet. Francesca lud mich auf Kaffee und Häppchen in eine Bar an der Küstenpromenade ein, wo wir ohne Zeitdruck Geschäftliches besprechen konnten. Davor nahmen sich Fabiola und Tiziana Zeit, mich zunächst durch die Schule zu führen.

    Accademia Italiana residiert in einem der ältesten und bedeutendsten Gebäude der Stadt im historischen Stadtzentrum direkt an der Küstenpromenade. Hier Räumlichkeiten zu bekommen, war nicht leicht und letztlich ein wahrer Glücksgriff. Viele der Klassenzimmer öffnen sich zum Meer und der Blick aus den Fenstern, bei Sonne und Treiben an der Promenade, durch die Bäume hindurch … einfach fantastisch! Die Schule ist mit 12 Klassenzimmern für eine Sprachschule in Italien relativ groß, verfügt neben einem großen Empfangsbereich über eine größere Aula mit PC-Desks und großem Tisch, der zum Verweilen einlädt, Büroräume für das Personal und ein mit schönen Stilmöbeln eingerichtetes Büro von Francesca.

    Die Türen stehen immer auf … die open door-policy passt zum Ansatz der Schule: students first! Kundenservice in Unterrichtsfragen aber auch in der unterrichtsfreien Zeit: Veronica organisiert das Aktivitätsprogramm in der Regel für 1-2 Monate im voraus und setzt für jeden Tag eine andere Aktivität an und größere Ausflüge in der Regel an den Samstagen. Diese Konsequenz und dieses Niveau bei der Gestaltung eines Freizeitprogrammes findet man nicht an jeder Schule! Hervorzuheben auch die Unterkünfte der Schule, von denen ich drei sehen konnte, alle im historischen Stadtzentrum. Zunächst ging es zu einem Executive-Apartment, einer WG mit zwei Schlafzimmern und kleinem Gemeinschaftsbereich mit Küchenzeile, nicht sehr viel Platz aber sehr hochwertig und in direkter Nähe zur Schule gelegen. In dieser Kategorie stehen der Schule 3 Apartments zur Verfügung, eines mit zwei und zwei mit drei Schlafzimmern. Sehr zu empfehlen v.a. auch für Teilnehmer über 30 Jahre, die eine hochwertige Unterkunft wünschen, denen ein Hotel jedoch zu teuer ist. Weiter ging es zu einem Standard-Apartment, auch in Gehentfernung zur Schule gelegen, mitten in der Altstadt, ein durchaus älteres Gebäude im 60er-Jahre-Stil, deutlich einfacher, aber sehr groß, mit großer Küche, mehreren großen Schlafzimmern, solide mit Ikea-Möbeln eingerichtet, und v.a.: zentral, zentral, zentral! Dritte Station war eine Gastfamilie … der Begriff trifft es nicht ganz, denn die Signora und ihr Sohn bieten verschiedene Arrangements an. Sie besitzen drei Stockwerke in einem alten Haus, ähnlich wie Serendipity unscheinbar in einem Hinterhof gelegen. Man steigt in den vierten Stock, tritt ein, geht in den Wohnraum, schaut durch die großen Fenster und ist beim Blick über die Altstadtdächer, hinauf auf die Hügel und hinunter aufs Meer, erst mal hin und weg. Der Wohnraum und der Küchenraum daneben sind im modernen Vintage-Stil eingerichtet, sehr gemütlich, eine Stahltreppe führt hinauf zu zwei Schlafzimmern und Terrasse (wieder: dieser Blick!!). Neben dem Wohnzimmer liegen weitere Schlafzimmer. Ein Geschoss tiefer befinden sich noch zwei Apartments, grandiose Apartments, wo historische Elemente integriert wurden, mit hohen Decken, altem Holzgebälk, wieder sehr geschmackvoll eingerichtet. Alle Wohneinheiten bietet die Familie über die Schule an, zusätzlich aber auch über booking.com. Im Sommer allerdings wohnen hier nahezu ausschließlich Kursteilnehmer von Accademia Italiana. Wenn man Halbpension bucht, findet man sich zum Essen im Wohnraum ein (die Signora kocht sehr gut!), man hat aber trotzdem die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Sozusagen best of both!

    Zum Abschluss ging es dann noch auf eine kleine Sightseeing-Tour durch die Altstadt, u.a. zur Kathedrale, die sich von außen im maurischen Stil präsentiert, mit Kreuzganz vor dem Kircheneingang, innen im opulenten Barock mit beeindruckender Krypta vollständig in Pietra Dura ausgekleidet … im Sommer der beliebteste Ort bei Studenten der Schule, weil angenehm kühl! Nach einer schönen Pizza Bianca ging es zurück nach Neapel und zum Flieger nach Deutschland.

    Weitere Infos zu Accademia Italiana finden Sie auf der Webseite von DIREKT Sprachreisen hier …

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