• 25Jun

    von Andreas van Leeuwen

    Ein extrem heißer Tag im Juni in Nizza … er schien wettermäßig für so einiges gemacht, für Baden, Flanieren, Seele-Baumeln-lassen, aber nicht unbedingt fürs Arbeiten. Dennoch stand genau dies auf der Agenda, namentlich ein Routinecheck unserer drei Partnerschulen in Nizza. Nizza ist eine der schönsten und bekanntesten Städte an der Cote d’Azur. Seit der Jahrtausendwende ist viel Geld in die Restaurierung historischer Gebäude aber auch die Modernisierung der Infrastruktur, der Straßen und des ÖPNV gesteckt worden. Auch die weiten, inzwischen begrünten und schön gestalteten Platzanlagen östlich der Place Massena sind vergleichsweise neu. Und auch zum Zeitpunkt meines Besuchs wurde viel gearbeitet, z.B. an der Promenadenanlage oder der Straßengestaltung es Boulevard Victor Hugo.

    Los ging es mit IDIOM, ansässig im eindrucksvollen “Le Majestic”, ehemals ein Grand-Hotel, danach zu einem Wohnkomplex mit Büros konvertiert. Der Name ist Programm … noch immer spürt man die Grandeur längst vergangeren Zeiten in den Gängen, den Hallen, in der Lobby und im großen Treppenhaus mit dem Fahrstuhlschacht in der Mitte. IDIOM befindet sich in der ersten Etage, der damaligen Belle-Etage … die Verwaltung “residiert” im ehemaligen Musikzimmer, in dem noch Oiginal-Fresken und Stuck erhalten sind. Meine Ansprechpartnerin Félicia hat mich willkommen geheißen und herumgeführt. Da wir IDIOM schon sehr lange anbieten, gab es keine großen Fragen, nur ein Check-up und noch einmal einen Rundgang durch die Schule. Die ehemals großzügigen Hotel-Räumlichkeiten sind in kleinere Klassenzimmer unterteilt, die Zimmer für Gruppenkurse liegen zur Terrasse hin (der Zugang zur Terrasse ist somit auch nur über die Klassenzimmer möglich), im Gebäudeinneren liegen kleinere Zimmer für Minigruppenkurse und Einzelunterricht. Ein kleinerer Bereich mit Computern bildet den Abschluss.

    IDIOM hat ein starkes Standbein v.a. im Bereich Intensivkurse, die grundsätzlich und ausschließlich vormittags durchgeführt werden, was die Schule interessant macht für Kunden, die Nachmittags frei haben möchten (das ist so bei sonst keiner Schule in Nizza möglich!). Ein weiteres Standbein sind Minigruppenkurse und Einzelunterricht. Ein drittes Standbein sind intensive Abiturvorbereitungskurse mit 30 Unterrichtseinheiten/Woche, nicht in Kombination mit Allgemeinsprache, sondern ausschließlich Abitur (was so kaum eine Schule sonst anbietet … keine Schule in Nizza jedenfalls). IDIOM hat früher auch Übersetzungs- und Dolmetschdienstleistungen angeboten, ist inzwischen allerdings nur noch als Sprachschule tätig und zählt zu den kleineren Schulen in Nizza.

    Die zweite Schule im Programm ist alpha b, ein noch vergleichsweise neuer Partner von uns und eine der größeren Schulen in Nizza. Die Schule wurde von Anja, der Schulleiterin (Deutsche) und Ihrem Mann Pascal (Franzose) vor Jahrzehnten gegründet. Laura, unsere Ansprechpartnerin im Bereich Marketing, hat an der Schule einen Französischkurs belegt und ist dann “hängengeblieben” … ganz typische Geschichten rund um Sprachschulen, die man immer wieder hört. Das team ist sehr symphatisch und professionell aufgestellt, mit der Verwaltung im Erdgeschoss, daneben einem schönen Klassenraum mit viel Stuck und historischem flair und um die Ecke die Büros von Anja und vom Studienleiter (in der Schule herrscht eine “open door”-policy, d.h. die Mitarbeiter sind immer ansprechbar). Von hier aus hat man auch Zugang zu einem kleinen Patio/Garten … ein Luxus bei einer so zentralen Lage in einer Stadt wie Nizza, in der Wohnfläche knapp bemessen ist! Das Gebäude gehört der Schule, sodass einige Auflagen (neben den ohnehin strengen Auflagen des Denkmalschutzamtes der Stadt) wegfallen … vor kurzem wurde z.B. gestrichen … eine Kombination aus Hellgrau und kräftigem Organe, was viel wohlfühlatmosphäre vermittelt. Wenige Gehminuten von der Schule entfernt hat alpha b in einem anderen Gebäude weitere Klassenzimmer eingerichtet, im Souterrain, etwas dunkel, aber im Sommer wunderbar kühl. Diese Räume werden vorwiegend für Schülergruppen genutzt, im Sommer auch hin und wieder für Erwachsene, wenn die Schule “aus allen Nähten platzt”.

    Ein besonderes Plus der Schule ist der Kurs “Club 30+”, d.h. Kleingruppen für Teilnehmer mit Mindestalter 30 Jahre. Dieser Kurs passt sehr gut mit Bildungsurlaub zusammen. Die Schule bietet den Kurs im zweiten Jahr an und die Buchungszahlen steigen!

    Von meinem Hotel Vendome aus konnte ich übrigens sowohl IDIOM als auch alpha b in nur ca. 10 Gehminuten bequem erreichen. Den Schulweg bereichert die wunderbare Architektur der Stadt, abwechslungsreich, phantasievoll, mondän … die Erbauer wollten sichtbar zeigen, dass sie keine Kinder von armen Eltern sind. Das vendome resiert in einem wunderschönen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, mit viel Originalbemalung und Stuck in der Lobby, im Salon und im Treppenhaus. Die Zimmer selbst sind einfach, solides 3-Sterne-Niveau, aber völlig in Ordnung. Es gibt freilich eine Unzahl weiterer Hotels verschiedener Preisklassen in der Umgebung, auch Luxusherbergen, etwa am Boulevard Victor Hugo oder in der Nähe der Place Massena. Man muss dort nicht unbedingt wohnen, ein Blick hinein lohnt allerdings allemal.

    Dritte Schule auf dem Programm war France Langue. France Langue ist vor kurzem vom Stadtzentrum nach Libération umgezogen, ein Stadtteil nördlich des Zentrums. Dieser Standort ist interessant für alle, die es etwas weniger touristisch mögen bzw. abgesehen von den “Reichen und Schönen” auch etwas mehr “normales” Frankreich erleben wollen. Rund um die Tram-Haltestelle Libération gibt es an Marktzeiten einen schönen Wochenmarkt mit allerlei regionalen Spezialitäten, zudem wird an einem Wohn-/Shoppingkomplex gebaut, der dem Quartier eine große Aufwertung bringen wird. Wer sich nun Sorgen machen sollte, wie er zur Schule kommen kann, der sei beruhigt: ganz einfach! Einfach die Tramlinie 1 Richtung Norden nehmen und an der Haltestelle Gorbella aussteigen, dann ca. 5 Minuten in Richtung Küste zurücklaufen und schon ist man da!

    Der neue Standort ist einigermaßen anders, als der alte im Stadtzentrum … dort stiegen die Mieten zwar kontinulierlich, aber die Vermieter wollten nicht ins Gebäude investieren, die Rohre leckten, der Zustand der sanitären Anlagen war katastrophal und die Notwendigkeit, an noch vielen anderen Stellen zu renovieren, offensichtlich. Bei der Suche nach einem neuen Standort (kein leichtes Unterfangen!!!) kam der Campus am Boulevard Auguste Raynaud durch Zufall auf den Plan, und France Langue hat sich bewusst dafür entschieden. Großer Pluspunkt ist der schuleigene Garten, der durchaus noch auf “Verhübschung” wartet, aber schon zeigt, was so ein Garten wert ist, gerade im Sommer. Der alte Standort bot keine Möglichkeit, sich nach Schulschluss im Freien aufzuhalten, man war gezwungen, in ein Café zu gehen oder ein Stück in Richtung Place Massena zu laufen, um sich dort im neu konzipierten Grünstreifen oder gleich an der Promenade niederzulassen. Ansonsten sind Sitzgelegenheiten im Stadtzentrum kaum vorhanden. Nun kann man nach Schulschluss im Garten verweilen, und das WiFi der Schule reicht sogar bis nach draußen … eine unschlagbare Kombination! Die übrigen Räumlichkeiten überzeugen auch: ein netter Rezeptionsbereich, geräumige Klassenzimmer, zu 90% mit größeren Tischen und bequemen Stühlen ausgestattet (nur ein Raum mit Stühlen mit Klapptischen), neues Parkett im Erdgeschoss bzw. schönes altes Parkett im ersten Stock, dazu ein Balkon mit umwerfender Pflanzenpracht. Die restlichen Stockwerke nutzt eine Firma für Sicherheitsmanagement.

    Sandra von France Langue nahm mich sehr herzlich in Empfang, zeigte mir alles, und nachdem alles besprochen war, was es zu besprechen gibt, machten wir uns auf mit der Tram zu zwei Residenzen, einmal die Résidence Lamartine in der Rue Lamartine, dann zur Studentenresidenz AzurCampus, wenige Gehminuten voneinander entfernt. Lamartine ist eine 4-Sterne-Residenz, durchaus ein Hotel, aber mit einem etwas anderen, persönlicheren Ansatz, was man gleich beim Empfang merkt, denn es gibt keine typische Rezeption, man findet sich vielmehr in einem behaglichen Wohnraum wieder, in dem auch ein Schreibtisch steht, wo das Check-in vorgenommen wird. Lamartine bietet ausschließlich Wohneinheiten mit Küche/Kitchenette, 72 an der Zahl, Studios (Einraum-Apartments), aber auch Suiten mit separatem Schlafzimmer. Alles vor nicht allzu langer Zeit komplett renoviert und neu für mich, sehr modern und mit einem touch “Vintage”, d.h. einigen besonderen Details, z.B. besonderen Nachttischlampen oder Designerspiegel im Bad mit touch points, oder Wandverkleidungen mit Kieselbewurf in den Fluren, wie man es im Barockzeitalter an Fassaden von Sommerschlössern etwa in Böhmen gerne praktizierte. Abgerundet wird das ganze mit einem netten Innehof mit Begrünung und bequemen Loungemöbeln. Alles in allem eine schöne, runde Sache, die freilich auch ihren Preis hat.

    AzurCampus ist vom Standard her natürlich deutlich niedriger, allerdings auch erklärtermaßen als studentische Unterkunft gedacht. Der Concierge war sehr freundlich und Sandra meinte, dass er eine wahre Perle sein, sich wie ein Papa um seine Schützlinge kümmern würde und im Falle von Problemen immer erreichbar sei, auch am Wochenende. Die Studios sind vergleichsweise geräumig, haben alle eine Kitchenette, solide Badezimmer und Klimaanlage, was für eine studentische Unterkunft nicht selbverständlich ist. Die Schule ist leicht zu erreichen … ein paar Gehminuten bis zur Tram-Haltestelle und dann Linie 1 wie oben beschrieben. Genauso einfach war es für mich auch, am Ende der Visiten zum Flughafen zu kommen, nämlich einige Gehminuten weiter zum Bahnhof, dort Linie 99 zum Flughafen. Dauer: ca. 20 Minuten.

    Weitere Infos zu unseren Partnerschulen finden Sie auf unserer Webseite hier: IDIOM / alpha b / France Langue.

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