• 08Apr

    von Andreas van Leeuwen

    “Wie war Florenz?” “Nass” entgegne ich meinen Freunden, die voller Neid nach meiner letzten Italien-Reise fragten. Und tatsächlich hat es seit Ankunft am Hauptbahnhof Florenz bis zu meiner Weiterreise nach Rom nahezu ohne Unterbrechung geregnet. Nun gut, es ist eine Geschäftsreise, aber Zeit für Besichtigung der ein oder anderen Sehenswürdigkeit und v.a. einer längeren Stadttour per pedes muss ja sein, und anstrengend war das Jonglieren mit Regenschirm und Handy-Kamera in einer Entourage zahlloser Touristen dann doch. Denn ja, auch bei Regen ist Florenz voller Touristen. Aber sie ist halt schön, diese Stadt, ein Gesamtkunstwerk ohnegleichen.Nach einer leckeren Pizza in einem der zahllosen, exzellenten Restaurants der Stadt, führte mich mein Weg zu unserer Partnerschule Centro Fiorenza in die Via di Santo Spirito Nr. 14. Nota bene: in Florenz gibt es 2 Hausnummerierungen parallel, was geschichtliche Gründe hat. Rote Hausnummern verwiesen früher auf kommerziell genutzte Gebäude, blaue auf Privathäuser. Die blauen und roten Hausnummern gibt es immer noch, die Zuweisungen sind allerdings, natürlich, nicht mehr konsequent einzuhalten.

    Centro Fiorenza ist eine unserer ältesten Partnerschulen, wir arbeiten mit dieser Schule schon seit fast 20 Jahren zusammen, die Schule selbst gibt es seit ca. 30 Jahren. Das Besondere, und das, um das Centro Fiorenza von allen anderen Schulen in Florenz beneidet wird, ist die Lage: Die Schule belegt das komplette Mansardengeschoss in einem alten Palazzo, den man von der Via di Santo Spirito aus betritt, die meisten Klassenzimmer liegen allerdings Richtung Arno, sodass man die vorzüglichsten  Ausblicke auf den Fluss, die Ponte Vecchio, das gegenüberliegende Ufer und das Treiben rund um den Fluss hat. Seitlich hat man einen schönen Blick auf einen größeren Garten, der zum Gebäude gehört (unter der Schule hat sich Calvin Klein eingemietet, ansonsten wohnt noch die Eigentümerin, eine Contezza, im Gebäude). Martina, meine Ansprechpartnerin bei Centro Fiorenza (eine Deutsche) und Augusto, der Schulleiter, haben mich sehr herzlich in Empfang genommen und mir die Schulräumlichkeiten gezeigt. Es liegt in der Natur der Dinge, dass es sich hier nicht um eine moderne Design-Schule handelt, sondern um eine Schule mit historischem Ambiente, dafür auch mit Macken hier und da, aber mit viel Flair, mit einem kleinen Labyrinth von Zugängen zu durchaus zahlreichen Klassenräumen (die Anlage ist großzügiger, als man denkt), viele Klassenzimmer durchaus sehr groß, eines als Versammlungsraum konzipiert, dazu ein gemütlicher Rezeptionsbereich und eine Kaffee-Ecke mit Sofa. Die Räume sind gerade frisch gestrichen worden und hier und da hat auch neues Mobiliar Einzug gehalten, was gleich einen ganz anderen Eindruck verschafft. Alles in allem ein gemütliches Ambiente und eine sehr persönliche Atmosphäre mit sehr nettem  Personal, darunter eine Holländerin, eine weitere Deutsche, die seit langer Zeit mit ihrem Mann in Florenz lebt, einer Österreicherin (Frau von Augusto und Mitinhaberin der Schule), Francesca, die seit einem Monat bei der Schule arbeitet, und eben Martina. Die Schule bietet inzwischen übrigens auch Englisch-Kurse für Italiener an, und inzwischen kommen sogar ausländische Studenten nach Florenz, um einige Zeit Italienisch zu lernen und dann noch einen Englisch-Kurs zu belegen.

    Unterkunft ist ein wichtiges Thema in Florenz, v.a.  auch in Punkto Gastfamilienunterkünfte. Viele Privatleute sind dazu übergegangen, nicht mehr mit Sprachschulen zusammenzuarbeiten, sondern in Portalen wie airbnb zu inserieren, weil  sich hier mehr Geld verdienen lässt … allerdings auch mehr Ärger einhandeln lässt, aber das realisiert manch einer erst später. Für die Woche nach meiner Anwesenheit erwartete die Schule z.B. drei größere Schülergruppen und Martina kämpfte um jede Unterkunft … wobei man sagen muss, dass die Schule aufgrund ihres langen Bestehens auch eine sehr große Datei an Gastgebern führt. Für eine Schule, die neu auf den Markt kommt, sind Privatunterkünfte quasi nicht mehr zu organisieren. Alternativen gibt es natürlich, Centro Fiorenza z.B. bietet Wohngemeinschaften und Studioapartments an, zwei davon konnte ich nach meiner Schulvisite besichtigen. Das Studio, das mir gezeigt wurde, liegt wenige Gehminuten von der Schule entfernt und ist schlichtweg bezaubernd, im ersten Stock gelegen mit alter Holzdecke, mit separatem Schlafalkoven, großer Küchenzeile und, v.a.: mitten im historischen Stadtzentrum und das zu einem super Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Wohngemeinschaft, dich ich sehen konnte, liegt ca. 10 Gehminuten von der Schule entfernt. Normalerweise wohnen bei WGs die Vermieter separat, hier aber wohnt die Signora selbst auch im Haus, allerdings ist das Haus so groß, dass man sich nicht leicht über den Weg läuft. Im Erdgeschoss sind eine Küche für Studenten eingerichtet, außerdem zwei große Schlafzimmer mit Ausblick auf einen kleinen Garten, Badezimmer und ein Verschlag mit Waschmaschine. Die Vermieterin wohnt separat im ersten Obergeschoss. Wer lieber ins Hotel möchte, dem sei das Hotel Bretagna (3 Sterne) empfohlen, direkt am Fluss gelegen, ca. 5 Gehminuten zur Schule. Dort habe auch ich genächtigt. Das Frühstück wird im Cafe Alfieri angeboten und ist sensationell … allein aufgrund des opulenten Frühstücks alles in allem ein super Preis-Leistungs-Verhältnis.

    Weitere Infos zu Centro Fiorenza finden Sie auf der Webseite von DIREKT Sprachreisen hier …

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